Offener Brief an jedes Rathaus in Rumänien

Sich gegen das Töten und für das Kastrieren entscheiden spricht für Intelligenz und Weitsicht

 

Anfang dieser Woche erhalten diesen Brief
– Alle Bürgermeister Rumäniens
– Alle deutsche Pressestellen in Runmnänien
– Die meisten Rumänischen Medien

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin

Wir sind die Organisation STARROMANIA (Schweizer Tieraerzte für Rumänien). Seit mehr als 20 Jahren kennen wir grosse Teile Rumäniens weil wir – noch nicht unter diesem Logo – diverse Projekte in Rumänien für Mensch und Tier umsetzen konnten. Dadurch haben wir in Ihrem Land Freunde gewonnen und kennen inzwischen viele liebenswürdige Menschen in Rumänien.
Als STARROMANIA unterstützen wir bereits viele bekannte Tierschutzorganisationen in Ihrem Land mit Futterlieferungen, Hundehütten, Kastrations- und Chipaktionen, tierärztlicher Versorgung, Ausbildung von Tierärzten in der Kastrationstechnik und Einrichtung von Tierarztpraxen sowie dem Bau und Vergrösserung oder Verbesserung von Tierheimen. Es ist uns auch ein Anliegen, dass Hunde adoptiert werden können und vor allem, dass alle Hunde in Privatbesitz kastriert werden.
Eigentlich leben Sie in einem wunderschönen Land, das für Touristen viel zu bieten hätte, wäre da nicht das Problem mit den Strassenhunden, das bereits weltweit bekannt ist. Schlimmer als das Problem selbst ist, dass bald überall Hunde brutal eingefangen und abgeschlachtet werden. Auch die Art, wie die Hunde in sehr vielen Sheltern gehalten werden ist schrecklich und unwürdig. Das alles ist Ihnen sicher bestens bekannt.
Die Gründe, weshalb dies alles auf solche Art passiert ist bald jedem Kind hier bekannt und auch, dass die Problematik so niemals gelöst wird. Hier ist ziemlich viel Geld im Spiel und dadurch werden viele führende Regierungsmitglieder motiviert, das Streunerproblem nicht zu lösen, sondern beizubehalten. Jede Stadt erhält eine Summe für die Strassenhunde, die in Bukarest festgelegt wird. Doch wissen Sie, ob Sie auch alles erhalten was Ihnen zusteht? Wir können uns sehr gut vorstellen, dass Ihrer Landesregierung gleichgültig ist, was aus Rumänien und auch aus Ihnen wird wenn das Streunerproblem weiterhin auf diese Weise angegangen wird und sich vervielfacht. Ihre höchsten Regierungsmitglieder haben vermutlich finanziell sehr gut für sich vorgesorgt und wären jederzeit bereit, sich aus dem Staub zu machen. Mit Sicherheit würde sich kein einziger von ihnen Gedanken darüber machen, wie Sie weiter in einem zu Grunde gerichteten Land weiterleben.
Sicher ist es verführerisch, Geld für sich selber statt für die Tiere zu verwenden. In jedem anderen Land könnte das auch passieren weil die Menschen überall nicht besser sind. Doch zeugt das von einer sehr kurzfristigen Denkweise.Ihnen kann kaum entgangen sein, dass bereits in vielen Ländern erwiesen ist, dass nur das Kastrieren der Hunde Erfolg bringt, will man das Problem wirklich lösen. Dafür setzen sich viele Tierschutzorganisationen ein und sind gewillt, mit Ihnen zusammen Lösungen zu erarbeiten. Auch werden dazu grosse Geldsummen eingesetzt, um Tiere zu versorgen und zu vermitteln.
Selbstverständlich können wir Ihnen nicht vorschreiben, wie Sie die Dinge in Ihrem Land angehen. Doch möchten wir Sie bitten, Einiges zu bedenken: Wir setzen voraus, dass Sie Rumänien lieben weil es Ihr Heimatland ist. Vielleicht haben Sie Kinder, sicher jedoch Bekannte und Freunde, die Ihnen viel bedeuten. Sie alle müssen dieses Elend mitansehen und werden dadurch traumatisiert. Kinder verrohen und werden eines Tages mit Menschen genau so umgehen, wie das heute mit den Hunden geschieht. Rumänien wird dadurch unwiderruflich zerstört. Nicht auszudenken was passiert, wenn die Bevölkerung sich irgendwann doch zur Wehr setzt. Gut möglich, dass sich einmal die Tierschutzorganisationen zurückziehen weil alles hoffnungslos geworden ist. Auf den Strassen werden nur noch aggressive Hunde zu finden sein und sich rasant vermehren weil die Hundefänger längst erkannt haben, dass sie ihr Geld wesentlich leichter verdienen, wenn sie Besitzerhunde, Welpen und freundliche Hunde einfangen. Dann wird im Gegensatz zu heute wahr werden, dass Strassenhunde gefährlich sind und Kinder werden nie mehr sicher sein wenn sie ins Freie gehen.
Sollte sich alles so entwickeln weil man des Geldes wegen nur an Heute denkt und die Zukunft verdrängt, werden Sie sich vor Ihrem Volk verstecken müssen. Irgendwann werden auch jene, die gewissen Medien und der Landesregierung die verbreiteten Geschichten heute noch glauben feststellen, dass sie belogen und betrogen worden sind. Noch hat das rumänische Volk nicht den Mut, sich zur Wehr zu setzen. Doch was eine solche Situation auslösen kann ist beängstigend.Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie das alles wollen.
Eine beträchtliche Anzahl Bürgermeister haben sich bereits gegen das Töten der Strassenhunde und für das Kastrieren entschieden. Sie wissen, dass dies die einzig richtige Lösung ist und arbeiten mit Tierschutzorganisationen zusammen. In den betreffenden Städten sind sie angesehen und werden mit Recht als weitsichtig und fortschrittlich bezeichnet. Diese Menschen sind weit über die Grenzen hinaus bekannt und geachtet. Einige davon praktizieren die Kastrationsaktionen bereits seit längerer Zeit und dort existiert kaum mehr ein Problem mit Strassenhunden.
Wir glauben nicht, dass viele Bürgermeister in Rumänien Hundehasser sind. Deshalb muss es auch ein sehr schlechtes Gefühl sein zu wissen, dass man daran schuld ist, wenn eine Unmenge dieser unschuldigen Tiere furchtbarsten Leiden ausgesetzt sind, verhungern, verdursten oder verletzt und krank sind. Tiere haben Gefühle wie wir, oft sogar noch mehr.
Sie haben es in der Hand, wie Sie sich entscheiden. Jeder einzelne, der sich gegen das Töten entscheidet und sich offiziell dazu bekennt tut einen Schritt in die richtige Richtung. Noch ist Zeit dazu. Wir danken Ihnen, wenn auch Sie sich gegen das Töten und für das Kastrieren entscheiden. Das spricht für Ihre Intelligenz und Ihre Weitsicht, ist eine Solidaritätsbekundung an Ihr Volk und Ihr Land und eine unwiederbringliche Chance.
Mit freundlichen GrüssenSTARROMANIA
(Schweizer Tieraerzte für Rumänien)
Humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe vor Ort
Dr. med. vet. Josef Zihlmann und Silvia Zihlmann