Geschichte der Strassenhunde Bukarests

Anmerkung: MapOfHope teilt nicht die Sicht der erwähnten Behörden oder die des Produzenten dieses Beitrages. Da er aber zur Hauptsendezeit am 28.02.2015 ausgestrahlt wurde, und damit zur Meinungsbildung in Rumänien beiträgt und eben auch die Auffasung eines Teiles der Rumänischen Bevölkerung widerspiegelt, wurde entschieden, ihn hier aus Dokumentationsgründen wiederzugeben.

Ein Versuch, objektiv zu klären, was im September 2013 geschehen ist und wie das “Ionut Gesetz” entstand, findet sich hier (Bitte Grafik anklicken um zu dem Dokumentarfilm von Claudia Buthenhoff-Duffy zu gelangen):

killingsHier der Beitrag aus dem Rumänischen Fernsehen von heute abend. Wie gesagt: Nicht objektiv, aber representativ für die Auffassung einiger Behörden/Politiker/Rumänischen Bürger:

Strassenhunde Bukarests – von den 70er Jahren bis 2015

Quelle: StirileTV, Răzvan Tiniche, Begleittext übersetzt von Eckhard Kretschmer

https://i2.wp.com/media.tvrnews.ro/video_local/201502/previews/reportaj-caini-untitled-project-1-setari-16-x-9-71477600_71477600.jpgAuf das Bild klicken startet die Reportage in einem neuen Fenster.

Mit “STRG + PLUSTASTE” lässt sich die Grösse des Videoplayers verändern

In den späten Siebzigerjahren entschied sich Nicolae Ceaucescu, das Gesicht Bukarests zu verändern. Diese Entscheidung führte zur Zerstörung kompletter gewachsener Nachbarschaften. Zehntausende von Häusern und sogar Kirchen fielen den Planierraupen zum Opfer. Tausende Familien wurden über Nacht aus ihren Häusern vertrieben. Die Eile und Platzmangel in den neuen Wohnungen brachte einige dazu, ihre Haustiere auszusetzen. Bald stieg die Anzahl der Bissvorfälle duch Strassenhunde in Bukarest von drei auf zehntausend an. In den Jahren nach der Revolution wurde es noch schlimmer. Ein Bericht von Răzvan Tiniche

Das erste mal wurde die Herausforderung, das Strassenhundeproblem der Hauptstadt zu lösen, 2001 angegangen. Bürgermeister Traian Basescu startete eine massive Euthanasie von Tieren in den Strassen.

2006 erschütterte die öffentliche Meinung Rumäniens und der internationalen Presse die Nachricht, daß ein Japanischer Staatsbürger von einem Strassenhund getötet wurde.

Fünf Jahre später, 2011, wurde eine Frau auf einem Grundstück, das sogar der öffentlichen Verwaltung von Sektor 5 gehörte, von Hunden zerrissen. Sie war geschäftlich dort und wurde von Tieren attackiert.

Es brauchte ein weiteres Drama, damit die Behörden die ersten Schritte unternahmen. Am 02. September 2013, starb der vierjährige Junge Ionut Anghel nach Bissen eines Hunderudels.

Diese Tragödie in Sektor 2 weckte im Grunde die Behörden auf.

Nach einigen kontroversen Monaten, gab das Parlament grünes Licht zur Masseneinschläferung. Aber die Entscheidung liegt jeweils bei den lokalen Behörden.
Hundefänger wurden mit Stöcken und Messern attackiert, sogar mit einer Kettensäge.

In 14 Monaten wurden auf den Strassen 53,000 Hunde eingefangen. Diese Aktion kostete Bukarest 2,8 Millionen Euro. Auf den Strasen sollen zur Zeit 3,000 Strassenhunde unterwegs sein. Von diesen mehr als die Hälfte unkastriert.

In den letzten 25 Jahren wurden zweihunderttausend Hunde eingeschläfert und über neun Millionen Euro ausgegeben. Das sind traurige Zahlen über die Bemühungen der Behörden, ein Problem zu lösen, das sogar dazu führte, dass in Bukarester Stadtplänen Touristen gewarnt werden, sich vor Strassenhunden in acht zu nehmen.