Eck: Signal an die Verantwortlichen

“Man sieht daran, wohin diese Gesetzgebung führt…”

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Quelle: The Epoch Times, Übersetzer: Claudiu Dumitriu, Abschrift: Eckhard Kretschmer

ET: Guten Tag Herr Eck, wir freuen uns, Sie wieder hier zu haben!
Sie wurden vorgestellt als Europäischer Abgeordneter. Und wir möchten gerne wissen, warum Sie wieder hier, in Rumänien, sind.

SE: Ja, dieser dritte Besuch ist wieder ein Zeichen, dass ich nicht aufgebe, dass das Europäische Parlament und die Bürger Europas nicht aufgeben, sondern wieder ein Signal an die Behörden, an die politischen Verantwortlichen aussenden, dass sie mit der Behandlung der Strassenhunde hier in Rumänien eben nicht einverstanden sind, und dass sie weiter demonstrieren werden, weiter dafür kämpfen werden, dass in Rumänien die Strassenhunde auf humane und respektvolle Art und Weise behandelt werden.

ET: Wie Sie schon sagten, werden Sie heute im Rumänischen Parlament sein, um sich mit Remus Cernea zu treffen und seine Projekte zu unterstützen. Bitte sagen Sie uns, um welche Projekte es geht?

SE: Also zuerst einmal: Ich werde heute den Fraktionsvorsitzenden der liberalen Partei Rumäniens, Herrn Ludovig Orban, treffen, um mit ihm über den Gesetzentwurf von dem Abgeordneten Remus Cernea zu debattieren. Dieser Gesetzentwurf wurde 2013 von Remus Cernea und vielen Tierschutzorganisationen und Expterne ausgearbeitet, und er hat eine ganz andere Bandbreite, das Problem der Strassenhunde zu lösen. Und dieser Gesetzentwurf soll nun nach einer Entscheidung der Kommission für öffentliche Verwaltung wirklich eingehend behandelt werden. Mann will alle Stakeholders und alle Experten hören, und dann auf der Grundlage einer fundierten Auseinandersetzung mit dem gesamten Problem über diese Gesetzesvorlage von Herrn Cernea erneut entscheiden. Und natürlich versuche ich, da ein wenig Lobbyist zu sein für die Tiere und für diesen Gesetzentwurf, weil er wirklich eine gute Möglichkeit bietet, das Strassenhundeproblem in Rumänien human und tierfreundlich zu lösen.

ET: Wir entfernen uns kurz von dem Streunerhunde-Management-Projekt, denn Remus Cernea hat auch ein paar weitere Projekte, aus denen sich zum Beispiel ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ergeben könnte, und dann gibt es noch die Delfine. Wie sehen Sie alle diese Projekte, und auch wenn Sie jetzt zur Unterstützung der Streunerhundeproblematik hier sind: Wie sehen Sie seine anderen Projekte?

SE: Natürlich unterstütze ich den Abgeordneten Cernea auch bei seinen Projekten hinsichtlich eines Verbotes von Delfinarien oder, noch weitergefasst, eines Schutzes, eines tieferen Schutzes für die Delfine. Und ich unterstütze ihn selbstverständlich auch für ein Verbot von Wildtieren in Zirkusen. In vielen Ländern Europas existierem bereits Gesetze der Benutzung von Wildtieren in Zirkusen. Und ebenso gibt es Bestrebungen in vielen Ländern Europas, die auch Delfinarien abschaffen. Denn Delfine sind selbstbewusste Wesen. Sie haben moralanaloges Verhalten wie wir Menschen. Und aufgrund
dieser Tatsache ist es mehr als gerecht, diese Tiere auch dementsprechend zu behandeln und nicht lebenslang einzusperren. Man kann also die Gesetzesentwürfe von Herrn Cernea absolut unterstützen.

ET: Warum ist Remus Cerneas Gesetzentwurf aus Ihrer Sicht besser? Welche detaillierten Punkte darin unterstützen Sie und haben Sie eigene Vorschläge oder eine Meinung, wie man das verbessern sollte? Was wäre sinnvoll?

SE: Im Bereich der Strassenhunde? Ja, also. Mir liegt zwar die entgültige Übersetzung in Englisch oder Deutsch des Gesetzentwurfes von Herrn Cernea noch nicht vor, aber bestimmte Teile wurden mir mitgeteilt. Und dieser Gesetzentwurf sieht ja vor, dass die Strassenhunde nicht mehr einfach nur eingefangen und getötet werden, sondern mit diesem Gesetzentwurf besteht die Möglichkeit, mit Tierschutzorganisationen zusammenzuarbeiten und auf einer ganz breiten Ebene das Problem zu lösen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Hunde eingefangen, sterilisiert werden, in Sheltern aufbewahrt
werden, dass man versucht, sie zu vermitteln oder dass man sie wieder freilässt. Das ist auf lange Sicht oder mittelfristig der beste Weg, um das Problem von Streunerhunden, der Population von Streunerhunden auf einem niedrigen Niveau zu halten.

ET: Als Sie das letzte mal hier waren, haben Sie uns verkündet, dass Sie einen Brief bei Klaus Iohannis hinterlassen haben, in dem Sie um ein Treffen mit einer Delegation der Intergroup bitten, bei dem man zum Beispiel Strategien, aber auch die Europäische Sicht darauf besprechen könnte. Gibt es hier Neuigkeiten?

SE: Wir haben, wie gesagt, bei dem letzten Besuch diesen Brief abgegeben. Und mittlerweise haben wir auch ein Schreiben von dem Präsident Iohannis bekommen, in dem er uns mitteilt, dass er augenblicklich als neuer Staatspräsident dieses Landes keine Zeit dafür hat. Aber er hat uns an seinen politischen Berater, Herrn Moraru verwiesen. Der würde uns empfangen. Und ich nehme an, dass ein solches Treffen innerhalb der nächsten 4-6 Wochen stattfinden kann. Und bei diesem Treffen werden wir Herrn Moraru die Sichtweise der Delegation der Intergroup on the Welfare and Conservation of
Animals übermitteln, die ja inzwischen eine sehr starke Gruppe im Europäischen Parlament geworden ist. Immerhin sind jetzt 102 MEPs im Europaparlament Mitglieder in dieser Gruppe und das hat schon eine Bedeutung, und zeigt, wie wichtig die Europaabgeordneten mittlerweile dieses Tierschutzthema nehmen.

ET: Lassen Sie uns ein bisschen die politische Zone verlassen und uns der Rumänischen Bevölkerung zuwenden, und wie diese die Streunerhundeproblematik sieht. Denn dieser grosse Hass auf die Hunde wurde in dem Moment stark, als das Kind getötet wurde, Ionut. Wir haben jetzt eine erste Entscheidung des Gerichtes. Wie ist Ihre Meinung dazu?

SE: Diese Gerichtsentscheidung war wirklich sehr wichtig, weil die Untersuchungen definitiv ergeben haben, dass nicht die Strassenhunde generell für diesen tragischen Unfall verantwortlich waren, sondern, dass es auf einem privaten Grundstück Hunde gegeben hat, von einem Besitzer, und die haben leider das Kind dann zu Tode gebissen. Das ist natürlich sehr tragisch. Aber es zeigt auch, dass dann, in der emotionalen Stimmung ein Gesetz sehr kurzfristig erlassen wurde, und die falschen getroffen hat, nämlich die Hunde. Aber nicht nur die Hunde, denn damit wurde auch sehr viel Leid über Hundebesitzer und über die Rumänische Bevölkerung gebracht, die eben nicht damit einverstanden ist, dass auf diese Art und Weise die Hunde getötet werden. Nach einer Umfrage sollen ja über 60% der Rumänischen Bevölkerung gegen diese Art und Weise der Lösung dieses Populationsproblemes in diesem Lande sich dagegen aussprechen, dagegen sein.

ET: Es geht um die Rumänische Mentalität der Bevölkerung. Hat sich da etwas geändert? In den letzten Tagen war ein grosses Thema in den Social Media die tragische Geschichte des behinderten Hundes Bursuc, der seinem Besitzer, einem obdachlosen Menschen in Constanta weggenommen und sofort getötet worden war. In dieser Situation ging es garnicht um sehr aggressive Hunde oder eine Gefahr, sondern eine Situation, die wir genauer ansehen sollten…

SE: Ja, also Nummer 1: Man sieht daran, wohin diese Gesetzgebung führt. Nämlich bei diesem Fall von Bursuc, einem behinderten Hund, bei dem die Hinterläufe gelähmt waren, und dessen Besitzer ein Obdachloser alter Mann ist. Und dieser Hund wurde ihm weggenommen ohne jegliche Begründung. Denn dieser Hund stellte natürlich keinerlei Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Der Hund wurde diesem Obdachlosen abgenommen und nach nur einem Tag in einem Shelter schon getötet (ANMERKUNG: Der Hund wurde direkt bei Einlieferung bereits laut Beleg durch Dr. Samara Constantin auf dem Gelände des Public Shelter/Puppy Vet getötet). Man muss sich dieses Leid vorstellen! Für diesen alten Mann war dieser Hund warscheinlich sein einziger Lebensinhalt und Freund gewesen. Und ich glaube, an solchen Beispielen sieht auch die Rumänische Bevölkerung, dass die derzeitigen Gesetze sehr inhuman sind. Und das dürfte natürlich auch zu einem Meinungswechsel innerhalb der Rumänischen Bevölkerung führen. Dass man davon ausgeht: Die Rumänische Bevölkerung möchte mit Sicherheit, dass die Gesetze reformiert werden.

ET: Haben Sie zwischen ihrem ersten Besuch und heute eine Veränderung bemerkt, wie die Poltiker und die Zivilgesellschaft diese Problematik ansieht?

SE: Also, die Zivilgesellschaft, das merkt man, steht mehr und mehr auf der Seite der Streunerhunde und wird sich also für einen humanen und respektvollen Umgang mit Tieren insgesamt aussprechen. Das ist auch eine Bewegung, ein Umdenken. Das findet nicht nur in Rumänien statt. Das findet weltweit statt. Das muss man sehen. Etwas ist in Bewegung gekommen. Tierschutz hat einen hohen Stellenwert mittlerweile in unseren Gesellschaften. Und man überlegt, ob Tiere auch Rechte haben. Und zu den Politikern Rumäniens, und zu den Behörden, die für diese Gesetze verantwortlich sind: Ich glaube, es ist auch ein wenig etwas in Bewegung gekommen. Denn man sieht, ja dass jetzt über diesen Gesetzentwurf von Herrn Remus Cernea erneut und eingehend diskutiert werden soll. Der Gesetzesentwurf hätte ja auch einfach vom Tisch gefegt werden können. Also ich denke, man ist da in einem Prozess, dass man verschiedene Dinge jetzt aus einem anderen Blickwinkel, aus einer anderen Perspektive betrachten möchte. Wir wissen nicht, wie diese Entscheidungen dann ausgehen. Vielleicht dauert es noch ein halbes Jahr oder ein Jahr oder zwei Jahre. Aber ich bin ganz sicher, dass diese Idee, dass man mit unseren Mitlebenwesen respektvoll umgehen soll, nicht mehr aus den Köpfen der Bürger und aus den Herzen der Menschen verschwinden wird. Und mit diesem Gedankengang, dass es nun Zeit ist, dass etwas geschieht, möchte ich mich auch verabschieden mit den Worten: “Tierrechte jetzt!”

ET: Ich habe noch eine Frage zu dem, was Sie gesagt haben: werden Sie weiter ein sehr aktiver, unterstützender Faktor dieser Bewegung sein? Werden Sie auch weiterhin nach Rumänien kommen, bis die Veränderungen stattfinden?

SE: Also ich kann heute und hier jetzt hundertprozentig  versprechen, dass ich solange hier Gast in diesem wunderschönen Land mit diesen wunderschönen Menschen sein werde, solange das Problem existiert. Aber auch danach noch nach Rumänien komme. Es gibt so viele Probleme, nicht nur im Bereich vom Tierschutz, sondern auch Umweltschutz. Ich denke da an Fracking in einigen Gebieten Rumäniens, und es ist noch ein langer Weg, aber ich habe gute Mitstreiter. Ich habe mich letzte Woche mit der indischen Ministerin, Frau Maneka Ghandi, getroffen, die eine grosse Tierschützerin ist, mit Professor Peter Singer, einem ganz grossen Philosophen im Bereich der Tierschutzphilosophie/Ethik und mit vielen anderen wichtigen Persönlichkeiten. Und wir kämpfen zusammen und versuchen, dieses Thema sehr stark nach vorne zu treiben. Und ich denke wirklich, die Zeit ist reif, und deshalb noch einmal zu Abschluss, und auch für die Bevölkerung in Rumänien “Tierrechte jetzt!”

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